8.Juli 2017 - 150.Geburtstag von KÄTHE KOLLWITZ !

"Ich will wirken in dieser Zeit", ein prägender Satz von Käthe Kollwitz, die sich mit ihrer Kunst den Menschen, den Schwächsten einer dem Krieg ausgesetzten Gesellschaft einsetzte: Vor allem den Kindern. Ihr humanitärer Geist lebt in unserer Schulgemeinde fort in der Hoffnung, er möge wirken in dieser Zeit.

 

Zum Jubiläum möchten wir an diese Künstlerin, deren Name unsere Schule in enger Verbundenheit trägt, durch eine Foto-Aktion erinnern:

Käthe Kollwitz

Die Namensgeberin unserer Schule ist die Künstlerin Käthe Kollwitz (1867-1945). In ihren Werken beschäftigt sie sich sehr mit dem Leben von Kindern und Familien aus dem Arbeitermilieu in der Zeit der beiden großen europäischen Weltkriege. Ihre Arbeiten stellen das Leiden der Menschen in eindrucksvoller Weise dar und berühren Menschen bis heute.

 

Sie engagierte sich gegen den Krieg und den Nationalsozialismus und ist leider in den letzten Tagen des 2.Weltkrieges verstorben, hat die friedliche Zeit danach also nicht mehr erleben dürfen. Sie ist eine ungewöhnliche, starke und mutige Frau gewesen. Für Interessierte haben wir hier einige wichtige Stationen ihres Lebens notiert.

Geboren wird sie am 8. Juli 1867 als fünftes Kind von Carl Schmidt und Katharina Schmidt, geb. Rupp, in Königsberg (heute Kaliningrad).

 

Als Käthe Kollwitz ein Teenager ist entdeckt ihr Vater ihre zeichnerische Begabung. Sie erhält ersten Unterricht in Königsberg bei dem Maler Gustav Naujok und dem Kupferstecher Rudolf Mauer.

 

Als 20jährige lernt Käthe Kollwitz in Berlin die beiden Schriftsteller Gerhart Hauptmann und Arno Holz kennen. In München begeistern sie die Werke von Rubens in der Alten Pinakothek.

 

Im Anschluss an die Reise besucht sie für ein Jahr bei Karl Stauffer-Bern auf der Berliner Künstlerinnenschule die Malklasse für Portraitstudien. Stauffer-Bern macht sie auf den Radierer Max Klinger aufmerksam.

 

Sie beginnt ein Studium an der Münchner Künstlerinnenschule bei Ludwig Herterich. Von ihrem früheren Lehrer Rudolf Mauer lässt sie sich in die druckgraphischen Techniken einführen.

Historiographie

1893: Unter dem Eindruck der Uraufführung des Dramas "Die Weber" von Gerhart Hauptmann, dem die Hungerrevolte der schlesischen Weber von 1844 zugrunde liegt, beginnt Käthe Kollwitz ihren ersten druckgraphischen Zyklus "Ein Weberaufstand". Im Jahr 1897 schließt sie die Arbeiten an dem Zyklus erfolgreich ab.

 

1891 heiratet sie den Arzt Karl Kollwitz und zieht um nach Berlin, wo Karl Kollwitz im Bezirk Prenzlauer Berg (heute: Kollwitzstraße) eine Kassenarztpraxis eröffnet.

 

Durch die kunsttheoretische Schrift "Malerei und Zeichnung" von Max Klinger erhält Käthe Kollwitz den entscheidenden Impuls für ihre Hinwendung zur Graphik und die Anregung, in der Gattung die schwierigen Seiten des menschlichen Lebens darzustellen.

 

1898: Käthe Kollwitz gelingt mit ihrem Zyklus

"Ein Weberaufstand" auf der "Großen Berliner Kunstausstellung" der künstlerische Durchbruch.

 

1898-1903: Lehrauftrag an der Berliner Künstlerinnenschule für Radieren und Zeichnen.

 

 

1899: Neben dem Dresdner Kupferstichkabinett beginnt das Berliner Kupferstichkabinett die wichtigste öffentliche Kollwitz-Sammlung anzulegen.

 

1901: Inspiriert durch die Lektüre von Wilhelm Zimmermanns "Allgemeiner Geschichte des großen Bauernkrieges", beginnt sie die Arbeit an dem zweiten Zyklus "Bauernkrieg".

 

1906: Käthe Kollwitz entwirft das Plakat für die "Deutsche Heimarbeit-Ausstellung" in Berlin. Die Kaiserin lehnt den Besuch der Ausstellung ab, solange das Plakat öffentlich aushängt.

 

Von 1908 bis 1910 ist Käthe Kollwitz freie Mitarbeiterin des "Simplicissimus". In 14 Zeichnungen für die satirische Zeitschrift wendet sich die Künstlerin direkt den aktuellen Problemen des Proletariats zu.

 

Sie macht ihre Graphik zunehmend zum Instrument sozialen und politischen Engagements.

 

 

1909: Beginn der plastischen Arbeiten. Sie schafft ein Bildnisrelief ihres Großvaters Julius Rupp für einen Gedenkstein in Königsberg, der anlässlich seines 100. Geburtstages errichtet wurde.

 

1912: Wegen "Aufreizung zum Klassenhass" wird ihr Plakat für den "Zweckverband Groß-Berlin" verboten. Es verweist auf die krasse Wohnungsnot in der Stadt.

 

1913-1915: Ihre Plastik "Liebespaar" entsteht

 

1914: Ihr Sohn Peter fällt kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges am 22. Oktober als Freiwilliger in Belgien. Im weiteren Verlauf des Krieges wandelt sich Käthe Kollwitz zur Pazifistin.

Die Künstlerin fasst den Plan zu einem Denkmal für den gefallenen Sohn, das erst 1932 seinen Abschluss in dem Mahnmal "Die trauernden Eltern" findet.

1917: Anlässlich des 50. Geburtstages von Käthe Kollwitz finden zahlreiche Ausstellungen statt. Die bedeutendste organisiert Paul Cassirer zusammen mit der Künstlerin. Sie wird in seiner Galerie in Berlin, danach in Dresden und Königsberg gezeigt.

 

1918: In einem vom "Vorwärts" am 30. Oktober 1918 gedruckten offenen Brief tritt Käthe Kollwitz Richard Dehmels "Aufruf zum letzten Kriegsaufgebot" entgegen.

 

Der Versuch, die Erlebnisse und Erfahrungen der Kriegszeit zu verarbeiten, führt zu einer Reihe von graphischen Arbeiten zu diesem Thema, die in der Holzschnittfolge "Krieg" münden.

1919: Käthe Kollwitz wird als erste Frau Mitglied der "Preußischen Akademie der Künste" und gleichzeitig zur Professorin ernannt. Den ermordeten Karl Liebknecht zeichnet Käthe Kollwitz auf Wunsch seiner Familie im Leichenschauhaus.

1920: Die Künstlerin engagiert sich erstmals mit einem Plakat und mit "Flugblättern gegen den Wucher" gegen die Nachkriegsnot. Angeregt durch Holzschnitte Ernst Barlachs, entsteht als eines ihrer ersten Blätter in dieser Technik das Gedenkblatt für Karl Liebknecht.

 

1921: Teilnahme an den "Schwarz-Weiß Ausstellungen" der Akademie der Künste zu Berlin bis 1934.

 

Käthe Kollwitz führt 1921/22 ihre druckgraphische Kriegsfolge als Holzschnitte aus. Sie zeichnet das Plakat "Helft Russland" als Beitrag zur Überwindung der Dürrekatastrophe im Wolgagebiet.

1923: Der Internationale Gewerkschaftsbund beauftragt Käthe Kollwitz nach Théophile-Alexandre Steinlen mit einem Plakat für den Antikriegstag im September 1924 anlässlich der zehnjährigen Wiederkehr des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges. Es trägt den Titel "Die Überlebenden. Krieg dem Kriege!" und erscheint in mehreren Sprachen.

 

Mit dem Plakat "Deutschlands Kinder hungern!" für die IAH (Internationale Arbeiterhilfe) wendet sich Käthe Kollwitz gegen die Not infolge der Inflation.

 

Das Mappenwerk "Abschied und Tod" mit acht faksimilierten Zeichnungen der Künstlerin und einer Einleitung von Gerhart Hauptmann erscheint.

1924: Für den "Mitteldeutschen Jugendtag der sozialistischen Arbeiterbewegung" in Leipzig entsteht eines ihrer berühmtesten Plakate "Nie wieder Krieg". Die Künstlerin beteiligt sich mit einer Lithographie an der Mappe "Hunger" für die IAH.

 

1925: Die Holzschnittfolge "Proletariat" entsteht.

 

1926-1932 schafft Käthe Kollwitz ihr plastisches Selbstbildnis. Käthe Kollwitz reist mit ihrem Mann nach Belgien und besucht den Soldatenfriedhof in Roggevelde bei Dixmuiden, auf dem ihr Sohn Peter bestattet ist. Die Arbeit am Mahnmal "Die trauernden Eltern" tritt danach in seine abschließende Phase.

1927: Zahlreiche Ehrungen und Ausstellungen zum 60. Geburtstag. Im November reist Käthe Kollwitz in Begleitung ihres Mannes zu den Feierlichkeiten des 10. Jahrestages der "Oktober-Revolution" in Moskau.

 

1928-32 Käthe Kollwitz ist Leiterin des Meisterateliers für Graphik an der "Preußischen Akademie der Künste" in Berlin.

 

1931: Käthe Kollwitz vollendet ihr plastisches Hauptwerk, das Mahnmal "Die trauernden Eltern", und zeigt die beiden Gipsfiguren erstmals auf der Berliner Akademieausstellung.

1932: Die Skulpturen der "Trauernden Eltern" werden von den Bildhauern August Rhades und Fritz Diederich in belgischem Granit ausgeführt und in der Vorhalle der Nationalgalerie in Berlin präsentiert. Im Juli reisen Käthe Kollwitz und ihr Mann nach Belgien, um die Aufstellung des Mahnmals auf dem Soldatenfriedhof in Roggevelde zu beaufsichtigen.

 

Käthe Kollwitz und Karl Kollwitz unterschreiben den "Dringenden Appell" zum Zusammenschluss der SPD und KPD, der bei den Wahlen am 31. Juli eine nationalsozialistische Mehrheit verhindern soll.

 

1933: Noch nach der nationalsozialistischen Machtergreifung unterstützen Käthe und Karl Kollwitz sowie Heinrich Mann bei den letzten freien Wahlen am 5. März erneut den "Dringenden Appell" zum Zusammenschluss der linken Parteien. Käthe Kollwitz und Heinrich Mann werden daraufhin von den Nationalsozialisten gezwungen, aus der "Preußischen Akademie der Künste" auszutreten.

1934: Käthe Kollwitz beginnt mit der Arbeit an der letzten druckgraphischen Folge "Tod", die sie 1937 abschließt.

 

In der Ateliergemeinschaft Klosterstraße findet sie einen neuen Arbeitsraum, um ihre große Plastik "Mutter mit zwei Kindern" vollenden zu können. Für ihre jüngeren Kollegen wird sie zum Vorbild für Integrität und Durchhaltevermögen.

 

1935: Beginn des inoffiziellen Ausstellungsverbotes. 1935/36 entsteht das Bronzerelief "Ruht im Frieden seiner Hände" für die eigene Familiengrabstätte auf dem Zentralfriedhof Berlin-Friedrichsfelde.

 

1936: Ein Artikel in der Moskauer Zeitung "Isvestija", dem ein Interview mit Käthe Kollwitz zugrunde liegt, führt zu einem Verhör durch die Gestapo. Ihr wird für den Wiederholungsfall die Haft im Konzentrationslager angedroht. Die zur Berliner Akademieausstellung eingereichten Exponate der Künstlerin werden einen Tag vor Eröffnung der Ausstellung entfernt.

 

1937: Da in Deutschland alle Ausstellungspläne zum 70. Geburtstag scheitern, zeigt Käthe Kollwitz eine Auswahl ihrer Arbeiten in ihrem Atelier in der Klosterstraße in Köln. Die Künstlerin lässt die 1936 vollendete Plastik "Mutter mit zwei Kindern" in Muschelkalk aushauen. Ihre Plastik "Pietà" entsteht zwischen 1937 und 1938/39.

 

1938: Teilnahme am Begräbnis von Ernst Barlach. Ihre Trauer findet Ausdruck in dem Bronzerelief "Die Klage", das 1940 abgeschlossen wird.

 

1940: Karl Kollwitz stirbt. In der Kleinplastik "Abschied" (1940/41) verarbeitet Käthe Kollwitz den Verlust ihres Mannes.

1941: Die Lithographie "Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden" entsteht als Vermächtnis der Künstlerin.

 

1942: Der älteste Enkel Peter fällt in Russland.

 

1943: Sie schafft die letzte Kleinplastik "Zwei wartende Soldatenfrauen" vor der Evakuierung nach Nordhausen. Die Wohnung von Käthe Kollwitz und das Haus des Sohnes in Berlin werden bei Luftangriffen zerstört.

 

1945: Am 22. April, wenige Tage vor Kriegsende, stirbt Käthe Kollwitz in Moritzburg. Im Herbst wird die Urne der Künstlerin nach Berlin überführt und im Familiengrab auf dem Zentralfriedhof in Berlin-Friedrichsfelde beigesetzt.

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NEUE Unterrichtszeiten

ab Sommer 2017

 

Unterrichtbeginn: 08.05 Uhr

Stundenlänge: 75 Minuten

 

Hier eine ausführliche Erläuterung:

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Stundenraster 75 Minuten.pdf
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Jahrgänge 5 und 6

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